Engel der Nacht,
kannst du mich sehen,
kannst du meinen Herzschlag spüren,
gibst du auf mich acht?
Engel der Nacht,
wie schaust du nur aus,
es muss dunkel sein,
damit du strahlen kannst,
damit du meine Träume siehst
und mich trägst,
bis in den Morgen.
Engel der Nacht,
deine Nähe bringt Wärme und Güte zu mir,
mein Glaube an dich läßt dich entstehen
und du nimmst meine Sorgen,
du läßt sie in den Himmel steigen,
wo sie so klein werden,
daß ich sie nicht mehr sehen kann.
Engel der Nacht,
du gibst mir deine Flügel
und ich fühle Barmherzigkeit
in einer Welt,
die sich zu groß für mich anfühlt,
die mich bedrängt, einengt, beklemmt
und so oft rasent macht.
Um meine Existenz zu schützen,
meine Kräfte zu stützen,
nicht in die Zukunft zu hetzen
oder Schwerter zu wetzen.
Engel der Nacht,
bist in mir versunken,
so wie ich von dir betrunken,
taumele, schwanke und falle
sanft in kreisenden Runden.
Du hebst mich vom Boden schon wieder auf
und bringst nicht nur mich,
auch mein Herz in den rhythmischen Lauf
und kitzelst meine Seele
mit den Spitzen deiner Federn,
und so lachen wir gemeinsam,
sind wir doch sonst so schweigsam
und malen uns die Zukunft
in allen Farben und Formen
und Wesen und Normen.
Wir lachen und kichern
und schwelgen und lieben
unser Leben, unseren Verstand, unser Gefühl.
Ohne uns zu verlieren,
einander oder in der Tiefe.
Gib gut auf mich acht,
du Engel der Nacht.