Mein Erbe

Träum dir nicht die Welt zurecht,
manchmal ist sie gar nicht echt,
und falle auch nicht tief hinein,
in diesen ach so schönen Schein.
Die Welt ist furchtbar ungerecht,
drum sehe es nun als dein Recht,
jetzt aufzustehen, zu gehen, zu sehen,
entschlossen darauf einzugehen,
und bring dich ins Geschehen ein
und werfe ruhig den ersten Stein.

Es sollen sich die Köpfe heben,
um aufzuhören anzustreben,
was es nicht wert ist,
was da verehrt ist,
ein jeder will,
nach all dem Drill.
Erheb das Wort und schreit zur Tat,
auch mit dem gut gemeinten Rat,
tue Gutes, übe Nächstenliebe,
bekommst du dafür auch mal Hiebe.
Doch geb nicht auf und kämpfe weiter,
das Leben ist nicht immer heiter.

Die wahren Kämpfer der Geschichte,
sie kamen aus dem Untergrund
und nach den Worten all der Richter,
hatten sie alle einen Grund,
wofür es sich zu kämpfen lohnt,
drum bleibe auch nicht du verschont,
es auszuleben, auszusagen,
herauszulassen, auszutragen,
wie einst das Kind, was du gebarst
und gebe alles, was du hast
und sollte es dein Leben sein,
bring Fragen in die Menschen ein.

Öffne die Augen, nicht nur deine
und werfe auch ruhig noch mehr Steine,
gegen Gewalt und Lüge,
gegen das ganze Gefüge,
gegen die Macht, den Thron
und das verkannte Himmelszelt,
gegen Armut, falschen Lohn,
gegen das verzerrte Bild der Welt.

Und gebe dich in alles,
vertraue der Natur,
fühle dich wie ein Atlas,
als er davon erfuhr,
was ihm geschah, was angesagt,
die falschen Schritte, Tat für Tat.
So schreite fort,
erhebe Wort und Faust,
beginne in dem Heimatort,
weil jeder dir vertraut.
So schwillt es an
und rollt voran
und viele können folgen.
Du siehst es dann auch jedem an,
mit Tränen in den Augen.

Mag sein,
daß du es nicht erlebst,
den großen Ruhm, die Ehre.
Doch alles das, was du erstrebst,
liegt nicht in weiter Ferne.
Eile jetzt in größter Not,
und solltest du dran sterben,
stirbst du den wahren Heldentod,
für alle deine Erben.
Denn das ist Erbgut reinen Blutes,
das du vergossen hast.
Das Blut der Liebe und des Mutes
und nicht für Leid verprasst.
Die wahren Werte liegen da,
ganz offen und ganz ehrlich.
Doch nur für die zum Greifen nah,
die dich gesehen, geliebt, geehrt
und nicht dein wahres Ich verschmäht,
die immer für dich da
und das nicht grade spärlich.

Sie nehmen´s auf dein Herzensblut
und stärken ihren eig`nen Mut.
Auf deinem Lebensbaum gewachsen
und führen deinen Traum jetzt fort,
so werden sie erwachsen.
Dies ist des Lebens tiefer Sinn,
darin zu spüren, wer ich bin,
denn das ist mein Erbe,
wenn ich sterbe.
Dies Blut ich in mir trag,
tropft Liebe auf dein Grab.

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