Stürmische Zeiten

Die Luft ist dick und schwer und grau,
gefüllt mit Mißverständnissen, Wut und Trauer.
Die Köpfe gesenkt vor eigener Scham,
vor Ermüdung und Verzweiflung.
Warum ziehen denn da diese Lebenswolken auf,
ziehen sich zu, nehmen dir die Luft zum atmen.
Salzige Spuren laufen durchs Gesicht und
kerben Linien in deine Haut.
Alles fühlt sich zentnerschwer an, selbst die
eigenen Bewegungen und Gedanken.
Die Augen sprechen wieder mal mehr als der Mund.
Wutausbrüche versuchen durch Donner etwas zu
bewegen und die Blitze etwas durch Licht zu
spalten, Sinn hinein zu schießen. Die Umgebung
nimmt die Körper- und Geisteshaltung an.
Es findet ein Naturschauspiel statt.

Ein Sturm im Gesicht mit gehobenen Augenbrauen
und geballter Faust. Ein kurzes Innehalten,
um zu horchen, ob es sich lohnt zu kämpfen.
Ob man es riskiert, das etwas zerbricht, auf das
man so einen Wert gelegt hat.
Ein Abschätzen auf der inneren Richterskala.
Bewerten, benennen, entscheiden.
Durchsetzende Wörter werden gewählt.
Wenn es sich zu kämpfen lohnt, setzt du alles
auf eine Zahl. Die Liebe knistert, wenn sie
kommt und wenn sie kämpft.
Kräfte des Universums liegen in dir verborgen
und wollen sich gebraucht fühlen.
Wenn du mit den Füßen auf dem Boden bleibst,
wirst du nicht den Halt verlieren, vielleicht
ein wenig trudeln und auch mal aus der
Fassung geraten. Wenn du stolperst und fällst,
kannst du erst sehen, ob dich jemand auffängt
oder weiter an dir zweifelt.

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