Väterchen Frost

Väterchen Frost,
wie sanft du doch sein kannst.
Dein Gesicht wirkt so hart,
doch es ist nur der äußere Schein,
denn wenn man dir ins Herz schaut,
wohnt so viel Wärme in dir.
Wie sollst du dich denn sonst ausdrücken,
ohne das Gegenteil in dir zu vereinen.
Du läßt Kristalle erblühen,
die Blumen, die aus dir wachsen,
ganz tief in deiner Seele verwurzelt,
leuchten im Licht in allen Farben.
Keiner gleicht dem anderen,
jeder ist einzigartig.

Väterchen Frost,
du zeigst uns,
wie wunderbar wir sein können.
In jedem wohnt dieses Licht,
was sich bricht, das auch
zur Ruhe kommen soll.
Haltet inne, rückt zusammen,
sortiert euch neu.
Töte alles Schlechte ab und
schaffe Platz und Übersicht,
ordne dein Leben, schau auf das,
was dir wichtig ist.

Väterchen Frost,
laß mich deine Weisheit spüren,
laß mich warten üben,
gib mir die Zeit, die nötig ist,
um genau nichts zu tun.
Fege mir deinen eisigen Wind ins Gesicht,
bis es in den Augen brennt
und in die Haut sticht.
Laß mich dich spüren,
laß Kälte grausam sein.
Laß alles erstarren, halte fest die Natur
für deinen Augenblick.
Alles wird ruhig und stumm.

Väterchen Frost,
sei wie du bist,
treibe es auf die Spitze
und friere uns fest.
Fülle die Luft mit dir und wenn ich atme,
spüre ich dich bis ins Mark.
Gib mir dieses Gefühl von Ewigkeit,
wie sie mich eisig bis in alle Winkel
durchströmt mit Klarheit.
Gib mir das Gefühl von Freiheit,
die nur du geben kannst,
denn auch Freiheit ist so
vielfältig wie du und ich.

Laß ihn raus diesen Zorn in dir,
werfe ihn in spitze Eiszapfen,
lass wirklich alles erfrieren.
Es ist der ganz besondere Reiz,
der dich ausmacht.
Gebe uns deine Gestalt preis
in all seiner Größe.
Tiere und Menschen,
die dir gewachsen sind,
haben lange auf dich gewartet
und brauchen dich.

Väterchen Frost,
Decke mich zu mit dieser kostbaren Decke,
die nur die wärmt, die es zulassen.
Entweder werde ich schlafen für immer
oder befreit erwachen.
Mit deinem eisigen Atem tauchst du, mit
nur einem leichten Stups deines Fingers,
die Welt in eine andere Dimension.
Und gibst uns die Möglichkeit,
sie so wie du zu sehen,
rein und wunderschön.
Schaust uns mit kristallklarem Blick an.

Du verwandelst die Sterne am Himmel
in weiße, glitzernde Flocken und
schenkst uns diese einzigartige Pracht
und überschüttest uns damit.
Schüttel dieses Wunder über mich,
immer und immer wieder
werde ich glücklich davon.

Denn wenn dir etwas wärmer wird,
Väterchen Frost,
liebe ich dich so sehr,
wenn du dein sanftes Feuerwerk in
Schneeflocken auf mich niederfallen läßt.
Dann kann ich allen Kummer,
der je in mir war, vergessen und
du zauberst mir ein liebevolles
Lächeln ins Gesicht.
Denn dein Herz ist so warm
und du lächelst zurück.

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