Märchen in mir

Ich wache auf aus tiefstem Traum,
versuche mich sanft umzuschauen,
weiß noch nicht wirklich, wo ich bin,
mach langsam meine Augen auf.
Ergibt das alles einen Sinn,
wo ich denn da gestrandet bin?
Erhebe meinen Kopf ganz hoch,
Herzbube macht mir da den Hof,
ein weißer Hase läuft durchs Bild,
hält seine Uhr fast wie ein Schild
und lädt mich ein zum feinen Tee,
damit ich bald alles versteh´.
Doch sitzt da schon ein Schneiderlein,
bereit zu nähen und erzählen,
in welchem Reiche willst du sein
und möchtest dich gern quälen?
Ich nehm reissaus und laufe weit,
nicht weiß, wie weit ich komme,
denn läufst du fort aus deinem Reich,
dem Reich der vielen Trolle,
wo kommst du an,
wo willst du hin,
was nur ein jeder wolle.
Gib mir ein Stück, gib mir die Hand,
reich mir ein Stückchen vom Verstand.
Was ist nun wirklich wohl verrückt,
das es mich ganz und gar verzückt?
Ein Märchenschloß dort in mir wohnt,
durchschreite sanft den Garten,
ein Mann mit Hut, der mich belohnt,
dann will er nicht mehr warten.
Er zeigt mir in der Ferne,
so viele bunte Sterne,
laß ich mich ein, laß ich es zu?
Kommst vorher doch noch nicht zur Ruh´,
drum streif ich dort als Wunderling.
Schneeweißchen und auch Rosenrot
winken mir beide zu,
jetzt weiß ich endlich wo ich bin,
Dornröschen ist die Königin
und sie trägt gold´ne Schuh´.

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