Narben

Ich beiße den Dreck aus meinem Fell,
ich lecke meine Wunden, denn sie heilen nur
durch Fürsorge, Liebe und Geduld.
Es ist der Drang in mir,
immer wieder in den Kampf zu ziehen.
Der Kampf der Gerechtigkeit,
für die Liebe, für die Seele.
Daraus zehre ich meine Kraft, meine Energie,
die gelebt sein möchte.
Was wäre ich ohne meine Narben, meine Falten,
Spuren der Erfahrung und Weisheit schmücken mich
und ich erhebe meinen Kopf
und halte mein Gesicht in den Sturm.
Angesicht zu Angesicht.
Der Wind zerreißt die Mähne um meinen Kopf,
wirr umschlingen mich die Haare der Beobachtung,
wie Schlangen der Weisheit.
So trage ich meine geschundenen Verletzungen
in die Zukunft und schenke sie denen,
die ich liebe, in vollstem Vertrauen.
So breite ich meinen Mantel aus
und lege ihn um meine Schultern,
stolz schreite ich dahin,
durch die Wüste des Vergessens,
so das niemand mehr ohne Schutz ist,
der in meinem Herzen wohnt.
Ich trage all die Seelentiere in mir, in der Hoffnung,
auf ewig mit ihnen verbunden zu sein,
um jederzeit Kraft zu schöpfen, die ich so nötig brauche.
So oft rufe ich in die Nacht meinen Schmerz,
da ich weiß, das die Sonne ihm wieder die Wahrheit gibt
und sein Antlitz wärmt.

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